Lernen, wo das Gemüse wächst – Grundschulkinder erleben Nachhaltigkeit mit allen Sinnen
- vor 5 Tagen
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Kartoffeln aus der Erde holen, Gemüse für eine Suppe ernten, den Acker mit einer Schnitzeljagd erkunden oder Pflanzen mit allen Sinnen erleben – für vier Klassen der Grundschule Lenggries gehörte das in den vergangenen zwei Jahren zum Schulalltag. Statt ausschließlich im Klassenzimmer zu lernen, besuchten die Klassen regelmäßig den Gemüseacker der Solidarischen Landwirtschaft (SoLaWi) Biotop Oberland eG und machten ihn zu ihrem grünen Klassenzimmer.

Möglich wurde dies durch das Projekt „Draußen lernen auf dem Gemüseacker“ der Umweltstation Ökologische Akademie, Lenggries in Kooperation mit der Solidarischen Landwirtschaft Biotop Oberland eG. Gemeinsam mit den Lehrkräften entstand ein Konzept, das Unterrichtsinhalte aus dem Sachunterricht, Deutsch, Mathematik und Kunst aufgreift und mit praktischen Erfahrungen auf dem Acker verbindet. Beim Vermessen der Beete wurde das Malnehmen geübt und das Herstellen eines Kräuterquarks konnte ideal mit dem Verfassen einer Vorgangsbeschreibung verbunden werden.
„Kinder lernen besonders gut, wenn sie Dinge selbst erleben und mit allen Sinnen erfahren können. Genau das ermöglicht der Gemüseacker als Lernort“, so die Projektverantwortlichen.
Als Teil eines größeren Modellprojekts wurde dieses Projekt durch das Bayerische Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz gefördert sowie von der Raiffeisenbank Oberland, der Rapunzel Stiftung und der Lenggrieser Josef und Irmgard-Brückl-Stiftung finanziell unterstützt. Für das Gesamtprojekt erreichte die Ökologische Akademie zudem den 7.Platz beim Nachhaltigkeitspreis der Sparkasse Bad Tölz-Wolfratshausen.
Den Abschluss bildeten vier fröhliche Abschlussfeste auf dem Gelände des Biotops. Die Kinder hatten für ihre Familien verschiedene Mitmachstationen vorbereitet. Bei einer Schnitzeljagd konnten die Eltern das Gelände erkunden, an anderen Stationen Gemüse ertasten oder spielerisch erfahren, was ihre Kinder in den vergangenen zwei Jahren gelernt haben.
Besonders in Erinnerung geblieben sind den Kindern das Kartoffelfeuer beim Erntedankfest, das gemeinsame Ernten und die selbst gekochte Gemüsesuppe, die jedes Mal bis auf den letzten Löffel aufgegessen wurde.
Die Rückmeldungen der Eltern und Lehrkräfte fallen ebenfalls durchweg positiv aus. Begriffe wie „Praxiswissen in der Natur“, „Wertschätzung für Lebensmittel“, und das „Stärken der Klassengemeinschaft“ ziehen sich durch die Rückmeldungen. Die Kinder selbst waren sich schnell einig: „Das Ernten, das Schnibbeln und einfach draußen sein“ habe ihnen am besten gefallen.
Die erfolgreiche Zusammenarbeit soll nun fortgesetzt werden. Gemeinsam mit der Grundschule Lenggries ist geplant, das Projekt künftig in der zweiten Jahrgangsstufe fest zu verankern. „Wir wünschen uns, dass auch die nächsten Kinder diese besonderen Erfahrungen machen können. Deshalb sind wir noch auf der Suche nach Unternehmen, die das Projekt mit Spenden unterstützen würden“, so die Projektverantwortlichen.
Mit dem Projekt zeigt sich eindrucksvoll, dass ein Gemüseacker weit mehr sein kann als ein Ort des Anbaus: Er wird zum Klassenzimmer unter freiem Himmel, in dem Natur, Nachhaltigkeit und gemeinsames Lernen lebendig werden.
Artikel zum Projekt im Tölzer Kurier vom 28.7.26




